Warum schadet Radon?

Wird Radongas eingeatmet und zerfällt in den Atemwegen oder in der Lunge, so lagern sich radioaktive Partikel auf dem Lungengewebe ab und bestrahlen die unmittelbar daneben liegenden Zellen mit Alphateilchen.
Der Zerfall des Radongases findet auch in der restlichen Raumluft statt. Deshalb finden sich in der Raumuft auch radioaktive Blei-, Wismuth- und Polonium Atome wieder. Diese schweben in der Atemluft oder binden sich an sogenannte Aerosolteilchen, welche dann ebenfalls eingeatmet werden können. Der grösste Teil dieser Zerfallsprodukte an Aerosolteilchen atmet man wieder aus doch rund 10% können im Atemtrakt hängen bleiben und so die radioaktive Belastung der Atemwegsorgane erhöhen.
Je höher die Radonbelastung in einem Raum ist, umso höher ist auch die Belastung der Atemluft durch radioaktive Partikel wie Polonium, Wismuth und Blei. Somit steigt also auch die Gefahr an Lungenkrebs zu erkranken.
In lebenden Zellen werden durch Alpha-, Beta- und Gammastrahlung Atome oder Moleküle ionisiert oder angeregt. Dabei wird Energie an die Atome und Moleküle übertragen. Als Folge davon können Bindungen aufgetrennt und das chemische Gefüge verändert werden. Dadurch kann das Funktionieren von Zellen und Organen gestört werden und es können sich gesundheitlich Auswirkungen daraus ergeben, was im schlimmsten Fall Krebs zur Folge hat.
Radon verursacht im Mittel etwa 40% der jährlichen Strahlenbelastung der Schweizer Bevölkerung. Hinzu kommt ein Viertel aus medizinischen Anwendungen wie z.B. Röntgen. Weitere Belastungen resultieren aus kosmischer Strahlung, Baumaterialien usw. Radon belastet den Organismus also mehr als der Reaktorunfall von Tschernobyl und alle bisher durchgeführten Kernwaffentests.