Geschichte des Radons

Bevor man Radon kannte, lernte man die Auswirkungen von Radon auf die Gesundheit kennen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erkrankten die Bergleute im Erzgebiet zuhauf an einer unbekannten Krankheit, welcher man schon bald einen Namen gab. Im Jargon der Bergleute hiess sie „Bergsucht“. Weil sie vor allem in dem deutschen Bergbaugebiet „Schneeberg“ im 19. Jahrhundert speziell häufig und drastisch auftrat, benannte man sie dann auch als die „Schneeberger Krankheit“. Noch wusste man nicht was für die Krankheit verantwortlich war, erkannte aber 1879, dass es sich bei der „Schneeberger Krankheit“ um Lungenkrebs handelte. Radon wurde 1900 erstmals von Friedrich Ernst Dorn entdeckt und seit 1923 hat sich der Begriff Radon (abgeleitet vom lateinischen „Radius“ was Strahl bedeutet) durchgesetzt.
Erst in den 50er Jahren erkannte man, dass zwischen der „Schneeberger Krankheit“ und Radon ein Zusammenhang besteht. Man stellte fest, dass die Bergleute in den Stollen Radon und die Zerfallsprodukte eingeatmet hatten und dann diese radioaktive Belastung zu Lungenkrebs führte.
In den achtziger Jahren begann man die Problematik von Radon in Häusern genauer zu untersuchen und fand einen direkten Zusammenhang zwischen hohen Radongaskonzentrationen in Wohnräumen und der Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken. Infolge dessen wurde der Radon Problematik auch in der Schweiz besondere Beachtung geschenkt. Dies hatte zur Folge, dass gesetzliche Grundlagen geschaffen wurden, welche in der Strahlenschutzverordnung vom 22. Juni 1994 verankert sind. Darin ist festgelegt wer, für was, in welchem Fall verantwortlich ist und dass die Sanierungsmassnahmen bis spätestens 20 Jahre nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung durchgeführt sein müssen (Art.116.3 StSV).